16.05.2012
ARTE Film: Gegendarstellung der Deutschen Borreliose Gesellschaft
Gegendarstellung der Deutschen Borreliose Gesellschaft
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Neue Forschungsergebnisse und Studien
26.04.2012
Infektionen und Co-Infektionen in Schweizer Zecken
Co-Infektionen: 19,6% aller Zecken mit mehr als einem Erreger infiziert!
17.04.2012
Mainpost: Neue Nachweismethode für Borreliose
Mainpost 17.04.2012
MELLRICHSTADT
Die Medizinwelt blickt nach Mellrichstadt
13.04.2012
RKI: Lyme-Borreliose: Seroprävalenz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland
RKI: Epidemiologisches Bulletin 14/2012 vom 10. April 2012
Lyme-Borreliose: Seroprävalenz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Die hier beschriebenen Resultate sind das Ergebnis einer repräsentativen, seroepidemiologischen Untersuchung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Dabei wurden die Daten und Sera aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) genutzt. Die Ziele der Studie waren die Beurteilung der Verteilung der Seroprävalenz von LB und die Identifizierung potenzieller Risikofaktoren für eine Serokonversion.
Siehe auch Borreliose Wissen Nr. 25
KIGGS Studie entlarvt Schönrechnerei bei Borreliose.
Oder div. Pressemeldungen:
Jedes 14. Kind mit Borreliose infiziert
02.03.2012
Neuer gefährlicher Zeckenerreger entdeckt !
23.02.2012
Studie: Persistenz von Borrelien in Affen, nach intensiver Antibiotikatherapie
Persistence of Borrelia burgdorferi in Rhesus Macaques following Antibiotic Treatment of Disseminated Infection
22.10.2009
Neue Leitlininie "Kutanen Manifestationen der Lyme Borreliose"
Nach langer Bearbeitungszeit und Verschiebung des geplanten Fertigstellungstermin wurde nun die Leitlinie zu den kutanen Manifestationen der Lyme Borreliose bei der AWMF veröffentlicht !
Leitlinie "Kutane Manifestationen der Lyme Borreliose"
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft,
Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Infektiologie
Autorengremium: Erarbeitet von Prof. Dr. med. Heidelore Hofmann, München
17.03.2009
Lyme-Borreliose-Dissertationspreis
Die Deutsche Borreliose-Gesellschaft vergibt ab 2010 einen Dissertationspreis für Arbeiten, die sich mit einem Aspekt der Lyme-Borreliose befassen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wird gestiftet von der Deutschen Borreliose-Gesellschaft, vom Institut für Medizinische Diagnostik, von der Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH sowie der Dr. Pfleger GmbH. Der Preisträger erhält die kostenlose Veröffentlichung im Joseph Eul-Verlag mit 20 Autorenfreiexemplaren. Weitere Informationen: www.borreliose-gesellschaft.de/Dissertationspreis.
03.10.2008
Ursachen und Symptomatik der Lyme-Borreliose
12.08.2008. Berlin. Pressekonferenz der Deutschen Borreliose-Gesellschaft e.V. sowie Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. im Haus der Bundespressekonferenz
1. Was ist Lyme-Borreliose?
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste chronisch verlaufende bakterielle Infektion in Europa. Der Krankheitserreger Borrelia burgdorferi wird in der Regel durch Zecken (Schildzecken) übertragen. Nach Übertragung des Krankheitserregers entwickelt sich an der Stichstelle in 50 Prozent der Fälle eine Wanderröte (Erythema migrans). Nach wenigen Tagen, spätestens nach vier Wochen hat sich der Erreger im gesamten Organismus verbreitet und führt durch die Schädigung zahlreicher Organe zu einem sehr belastenden chronischen Krankheitszustand, der Jahre, nicht selten Jahrzehnte andauert. (Lyme = Ort in Connecticut/USA, in dem sich 1959 erste Erkrankungen häuften)
Solange die Infektion auf die Haut beschränkt ist, liegt ein lokalisiertes Frühstadium, nach Verbreitung des Erregers im Organismus (Dissemination) ein Spätstadium vor. Der Krankheitsverlauf im Spätstadium wird als chronische Lyme-Borreliose bezeichnet.
03.10.2008
Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung der Lyme-Borreliose
12.08.2008. Berlin. Pressekonferenz der Deutschen Borreliose-Gesellschaft e.V. sowie Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. im Haus der Bundespressekonferenz
1. Pauschal-Therapien nicht sinnvoll
Da es sich bei der Lyme-Borreliose um eine bakterielle Infektionskrankheit handelt, erfolgt die Behandlung im Wesentlichen durch Antibiotika. Im Krankheitsverlauf treten Änderungen der biologischen Eigenschaften des Erregers und des menschlichen Immunsystems auf, aus denen sich Unterschiede in der Strategie der antibiotischen Behandlung ergeben. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen einem Frühstadium und einem Spätstadium (chronische Borreliose) von erheblicher Bedeutung. Im Frühstadium, d.h. vor Ausbreitung des Erregers im gesamten Organismus lässt sich die Krankheit durch Antibiotika bei ausreichender Dosierung und Behandlungsdauer in etwa 90 Prozent der Fälle beseitigen; in 10 Prozent wird allerdings auch bei einer vermeintlich adäquaten antibiotischen Behandlung die Infektion nicht aufgehalten und es entwickelt sich eine chronische Lyme-Borreliose.
2. Noch keine Heilungsgarantie
Zur Behandlung der chronischen Lyme-Borreliose kommen verschiedene Antibiotika in Betracht, jedoch ist bei keinem der Antibiotika die Beseitigung der Krankheit garantiert. Oft sind auch relativ effektive und teure Medikamente nicht in der Lage, die Infektion zu beherrschen; die Versagerquote beträgt bis zu 50 Prozent. Die antibiotische Behandlung erfordert bei allen Antibiotika eine vergleichsweise hohe Dosierung und eine ungewöhnlich lange Behandlungsdauer über mehrere Monate. Bei Versagen der antibiotischen Behandlung sind Nachbehandlung unter Wechsel des Antibiotikums oder die gleichzeitige Gabe verschiedener Antibiotika erforderlich. Nicht selten erstreckt sich diese vielfältige antibiotische Behandlung über Jahre, da es nach Behandlung oft zu keiner anhaltenden Besserung, d.h. zu Rezidiven kommt.
In etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle treten zudem unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) auf, die eine Änderung der therapeutischen Strategie erfordern. Zum Ausschluss von Nebenwirkungen sind labortechnische und sonografische Kontrollen etwa alle zwei Wochen erforderlich.
03.10.2008
Psychiatrische Symptome durch Bakterien und Viren
Fehldiagnosen der Borreliose
Stigmatisierung aus Unkenntnis
12.08.2008. Berlin. Pressekonferenz der Deutschen Borreliose-Gesellschaft e.V. sowie Borreliose und FSME Bund Deutschland e.V. im Haus der Bundespressekonferenz
1. Fehldiagnose Depression
Im Rahmen einer chronischen Borreliose ist immer von einer Beteiligung des Nervensystems auszugehen. Diese sich dort abspielenden Entzündungen führen zu einer Veränderung und Störung der Transmitterstoffe. Somit ist nicht verwunderlich, dass Symptome wie Depression und Angst in nahezu 60 bis 80 Prozent der Fälle auftreten.
Auch ist davon auszugehen, dass Erkrankungen wie Parkinson, ALS, Alzheimer- Demenz ausgelöst werden können. Die Depression ist also ein organisches Korrelat im Rahmen einer chronischen Borreliose und keine bloße „Reaktion“ auf die vielen anderen Krankheitssymptome.
2. Fehldiagnose somatoforme Störung
Die chronische Borreliose führt unter anderem zu Entzündungen an Sehnenansätzen und diversen Gelenken. Kommt es nicht zu einer adäquaten Therapie, verkalken die Sehnen und in den Gelenken entstehen schwere Arthrosen. Der Körper schmerzt überall, der Rheumatologe schließt eine rheumatische Erkrankung aus. Die Betroffenen sind müde und abgeschlagen, haben Schlafstörungen, können oft ihren Beruf nicht mehr ausüben.
Die Blutwerte sind normal, Der Orthopäde stellt Verschleiß fest. Obwohl es untypisch ist, dass ein Mensch mit Mitte 40 voller Arthrosen ist, wird derjenige dem Psychiater vorgestellt. Wahrscheinlich steckt eine somatoforme Schmerzstörung dahinter und ein bisschen depressiv war doch der Patient auch - oder?
3. Der unklare Rückenschmerz
Die chronische Borreliose führt wie bereits erwähnt unter anderem zu Entzündungen in den Sehnen, Muskeln und Gelenken. Der Betroffene hat Rückenschmerzen, er ist des Morgens steif und quält sich aus dem Bett. Nicht selten strahlt der Schmerz in ein oder auch beide Beine aus, es kann zu Gefühlsstörungen kommen.
Zunächst wird geröntgt, der Befund zeigt einen gewissen Verschleiß. Es folgt eine Überweisung zum Neurologen oder gleich zum Kernspin. Wenn dann nichts gefunden wird, ist klar: Auch hier liegt am ehesten eine somatoforme Störung vor. Dass aber eine Borreliose die Ursache sein könnte, stößt vielfach auf Ablehnung beziehungsweise Unkenntnis.
4. Die Neuroborreliose
Im Rahmen der Erkrankung kommt es schon recht früh zu einem Befall des Nervensystems. Als ein Beispiel sei der Stich einer Zecke in der Leiste oder in der Po-Region zu nennen. Kommt es so zum Beispiel zu einem Übertritt der Bakterien in den Ischiasnerven, dann hat der Betroffene Schmerzen, die den Symptomen eines Bandscheibenvorfalles ähneln. In anderen Fällen ist der Carpaltunnel oder der Sulcus ulnaris betroffen, ebenfalls durch Entzündungen in diesen peripheren Nerven.
Auch leiden etliche chronisch Erkrankte an einer so genannten Polyneuropathie. Diese geht mit schmerzhaften Missempfindungen und Taubheitsgefühlen einher. Der Carpaltunnel wird zunächst operiert, aber die Beschwerden kommen wieder. An eine mögliche Borreliose denkt kaum einer.
Hält man sich dann an die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, so müsste erst eine Lumbalpunktion gemacht werden, um die mögliche Diagnose einer „Neuroborreliose“ zu stellen. Ein negativer Liquorbefund schließt nach meiner Erfahrung eine Neuroborreliose nicht aus.
Fazit:
Viele Borreliosekranke werden aus Unkenntnis zu psychisch Kranken abgestempelt.
Wir brauchen mehr Kollegen, die sich diesem Krankheitsbild zuwenden und sich mit der Erkrankung der Borreliose auseinandersetzen, so könnte vielen Betroffenen geholfen werden.
Nicht zu vernachlässigen ist der große volkwirtschaftliche Schaden, der durch diese Erkrankung entsteht.
Die Leitlinien müssten dringend überarbeitet werden.
Wir brauchen Borrelioseambulanzen mit interdisziplinären Arztgruppen und vor Allem aber zunächst einmal die Meldepflicht.
Martina Lorenz
Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie Zusatz: Psychotherapie
Am Exerzierplatz 9 32423 Minden
Tel 0571 / 88924811
Martina.Lorenz@gmx.net
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